Fahrzeugtest:Peugeot 2008 BlueHDi100

  • Ubi Testet
    Testbericht – Peugeot 2008 BlueHDi100 BusinessLine
    Posted by :Ubi On : März 12, 2015
    Category:Fahrzeugtests


    Es gibt aktuell immer mehr Modelle, die Zwitter sind aus verschieden bestehenden Modellen, welche dem Hersteller die Möglichkeit geben eine neue Fahrzeugklasse zu eröffnen und seine Modellpalette kostengünstig zu erweitern.


    Solch ein Crossover Modell ist der hier vor mir stehende Peugeot 2008.
    Er basiert eigentlich auf dem Kleinwagen Peugeot 208, wurde aber etwas in die Länge gezogen, hat einen verlängerten Radstand bekommen und wurde etwas höher gelegt. Positiv dadurch ist, dass die Platzverhältnisse nun deutlich gewachsen sind im Vergleich zum Kleinwagen, der Kofferraum nun ein stattliches Maß von 360l Volumen aufweist sowie das Ein- und Aussteigen durch die höhere Position deutlich leichter fällt. Die dürfte besonders ältere Damen und Herren sehr freuen, da sie nun merklich höher sitzen, einen besseren Rundumblick haben und der Zutritt in den kleinen Gallier Rücken schonender erfolgt.


    Das Gepäckabteil ist durch eine niedrige Ladekante gut und rückenschonend zu beladen, allerdings sollten die Franzosen hier ein paar Details verbessern. So sollte die Hutablage doch bitte an der Heckklappe fixiert sein und beim öffnen dieser mit nach oben schwingen. Die hier nur aufgelegte Ablage kann leider nirgends fixiert werden uns stört beim beladen sehr stark. Hat man dann mal seine kleine Einkaufskiste im Kofferraum verstaut, hört beim losfahren schon den nächsten Konstruktionsfehler. Die Kiste rutscht fröhlich im Kofferraum hin und her. Grund ist, dass auf dem Kofferraumboden Plastikschienen angebracht sind, auf denen das Transportgut wunderbar herumrutscht. Hier wären Gummileisten deutlich besser, da so der Einkauf fix an seinem vordefiniertem Punkt bleibt und einem nicht die Milchtüte bei der ersten Kurvenfahrt vom restlichen Einkauf erquetscht wird.


    Im Innenraum wartet dann die gewohnt aufgeräumte Peugeot-Optik auf den Fahrer und seine Mitreisenden. Besonderheit ist auch hier das sehr kleine Lederlenkrad, welches unheimlich gut in der Hand liegt. Der Blick über das Lenkrad auf das Kombiinstrument ist jedoch für den Kopf erst einmal irritierend, jedoch gewöhnt man sich schnell daran. Der schön hoch und optimal im Sichtfeld platzierte Monitor des Multimediasystems bietet eine gute Auflösung und ist meist blendfrei ablesbar. Die Reaktionen des Touchscreen sind nur ab und an etwas verzögert, was ein bis zwei zusätzliche Drücker notwendig macht. Das Handy mittels Bluetooth zu koppeln ist kein Problem, braucht aber ein bis zwei Minuten, ehe sich Handy und System gefunden haben.


    Verwendet man dann ein USB-Kabel zum laden des Telefons, so kommt ein weiteres nett gemeintes Feature zum tragen, welches leider eher nervig ist. Steckt man nämlich sein Telefon an das USB-Kabel, schaltet das Mediasystem automatisch nach wenigen Sekunden auf die Musiksammelung auf dem Handy um und man muss manuell wieder zurück ins Radiomenü wechseln, wenn man dies möchte.


    Die Verarbeitung des kleinen Franzosen ist durchweg gut, die Materialien sind im Wesentlichen aus härterem Plastik, was positiv für die Pflege ist, aber nicht sonderlich hochwertig wirkt. Zudem sollten Kunden grundsätzlich die 400€ teure Klimaautomatik ordern, da die Drehregler der serienmäßigen Klimaanlage sich unheimlich billig anfühlen und bedienen lassen. So gibt es kein definiertes Rasten, sondern ein zu weiches und unschönes Gefühl.


    Unter die Haube des hier gefahrenen Peugeot 2008 BlueHDi100 haben die Franzosen ein durchaus angenehmes Triebwerk gepackt. Es handelt sich hier um einen robusten 1,6l 4-Zylinder Turbodiesel, der im Maximum 99PS entwickelt und mit bis zu 254Nm den 1,3t schweren 2008 nach vorne schiebt.


    Der Motor läuft dabei allerdings sehr lautstark nagelnd und entwickelt auch sehr starke Vibrationen. Gerade im oft genutzten Drehzahlbereich unterhalb von 2.000U/min neigt der Motor zum dröhnen und entwickelt Vibrationen, die in der kompletten Karosserie spürbar sind. Knapp unterhalb von 2.000U/min dann jedoch beginnt der Turbolader immer stärker für Schub zu sorgen und schiebt den Wagen dann ausreichend kräftig voran. Dabei sollte man aber fleißig Schaltarbeit leisten, damit der Motor nicht über den Drehzahlbereich von 3.300U/min kommt. Denn ab da bricht die Drehmomentkurve schlagartig ein und der Motor dreht nur sehr kraftvoll und laut weiter aus.


    Also greift man an am besten zum Schalthebel des 5-Gang Schaltgetriebes und sortiert die Gänge mit präziser Rastung. Leider ist hier das Gefühl der Schaltbox ein extrem weiches und schwammiges, was nicht zum sonst positiveren Qualitätseindruck passen will. Der Schaltknauf ist zwar angenehm kurz, dafür sind die Schaltwege aber leider zu lang geraten. Die Übersetzung ist den Franzosen gut gelungen, da die Anschlüsse stets passen und der kleine Diesel immer optimal im Drehzahlbereich bleibt beim beschleunigen. Einzig die letzte Fahrstufe hätte man länger auslegen können, um im Geschwindigkeitsbereich ab 130km/h das Drehzahl- und Geräuschniveau nachhaltig zu senken.


    Dies würde sich dann auch noch einmal positiv auf den schon sehr guten Verbrauch auswirken. Denn ab 130km/h beginnt der 2008 deutlich an Mehrverbrauch zu zulegen, so liegt der Momentanverbrauch hier bei ~6,7l – 7l. Was für einen Kleinwagen mit sparsamen Dieseltriebwerk deutlich zu viel ist.
    Im Drittelmix mit höherem Kurzstreckenanteil kam ich jedoch auf einen durchaus sparsamen Wert von errechneten 5,0 l/100km. Wer oft ruhig dahin gleitet und den Wagen mit grünerem Fuß bewegt, der schafft Verbrauchswerte um die 4l/100km, was durchaus respektabel für ein solches Fahrzeug ist.


    Doch wie fährt sich eigentlich so ein aufgebockter Kleinwagen-Kombi?


    Erstaunlich gut muss ich sagen. Im Alltag überzeugt der Crossover-Franzose mit gutem Federungskomfort bei starken Straßenschäden, wobei es mit zunehmender Geschwindigkeit noch ein wenig besser wird. Einzig über Querfugen stolpert die Vorderachse deutlich und teilt dann auch gerne Tritte an des Fahrers Hände am Volant aus.


    Wer mit dem Franzosen flott über die Landstraßen fliegen möchte, der kann dies zwar nur eingeschränkt durch die Motorleistung, wird überrascht sein. Denn der 2008 lässt sich erstaunlich gut durch Kurven dirigieren, was besonders der Lenkung zu verdanken ist. Diese ist zwar bei schnellen Wechselkurven gerne etwas überfordert und beginnt dann schwammig nach der korrekten Richtung zu suchen, aber um die Mittellage spricht sie erstaunlich direkt an. Auch das kleine Sportlenkrad macht trägt hier seinen Teil dazu bei, dass der Fahrer ein wenig sportliches Flair zu spüren bekommt. Die Sitze hingegen sind für flotte Kurvenfahrten leider nicht gemacht, da sie zwar ausreichend bequem sind, aber keinen Seitenhalt bieten. In der Stadt überzeugt der Peugeot 2008 mit einer sehr leichtgängigen Lenkung und einem angenehm geringen Wendekreis.


    Einzig die Einparkhilfe dürfte etwas schneller reagieren beim zurücksetzen. Denn wer hier etwas zu schnell ist, dem wird ein Hindernis erst dann mitgeteilt, wenn es leider schon zu spät ist und man einen lauten Krach vernimmt.


    Auf der Autobahn dann fühlt sich der Peugeot nicht wirklich wohl. Die Windgeräusche nehmen ab 130km/h deutlich zu und es wird recht laut, so dass die Stimme deutlich angehoben werden muss, um sich noch mit dem Beifahrer weiter zu unterhalten. Der Geradeauslauf ist jedoch wunderbar, selbst über 160km/h. Nur Seitenwind sollte dann nicht all zu stark aufkommen, da der 2008 dann durchaus gerne etwas durchgeschüttelt und leicht versetzt wird. Das Thema Sicherheit wird bei den Franzosen ja groß geschrieben und so kann die Bremsanlage zwar auch bei höheren Geschwindigkeiten ihrer Bremswirkung überzeugen, das Pedalgefühl ist aber sehr weich und vermittelt keinen wirklich definierten Druckpunkt.


    So bleibt zum Schluss ein durchaus positives Bild zum neuen Peugeot 2008 hängen. Die Franzosen haben hier eine sinnvolle Modellvariante aufgelegt, die deutlich mehr Platz zum Kleinwagenbruder bietet, ohne dabei preislich exorbitant teurer zu werden. Die Qualität stimmt, mit kleinen Eigenheiten muss der Kunde aber leben können. Der kleine, laute Dieselmotor macht seine Aufgabe gut, passt zum Fahrzeugcharakter und ist bei ruhiger Alltagsfahrweise erstaunlich sparsam.


    Typische Käuferschicht:
    Senioren wg der hohen Sitzposition und dem bequemen Ein- und Ausstieg.Junge Familien mit einem Kind, wobei der Peugeot als 2.Wagen fungiert


    Fahrzeugdaten:
    Motor1,6l 4-Zylinder TurbodieselLeistung
    99PS // 254Nm
    Beschleunigung
    11,3s auf 100km/h
    Topspeed
    180km/h
    Testverbrauch
    5,0 l/100km
    Listenpreis Testwagen
    21.900€


    Antworten
    Geri.S
    Oktober 20, 2015 at 7:22 pm
    Habe einen 2008 Benziner 120 PS seit 1 Jahr.Quirrliges Auto, welches schön und leicht zu fahren ist. Vermisse bei Auslandreisen auf Autobahnen den 6. Gang(Handschaltung) Winterrad mit 15″ Felge hat als Reserverad satt Platz. Beim Sommerrad fehlen 3 cm Durchmesser bei der Reserverad-Wanne. Schade, für mich ist ein Notlaufrad eine Schlechte Lösung. Zudem kann ein Rad mit „Plattfuss“ nicht korrekt im Kofferraum untergebracht werden. Ist aber auch bei Fremdmarken aus Spargründen üblich. Mit dem kleinen Lenkrad fühle ich mich aber super wie im Go-Kart.



    wie ich denke,ein fairer,objektiver bericht.
    don't drink and drive;)
    suntour